Winterwandern: So bist du sicher und gut vorbereitet
Jerome StolzIm Winter kann sich selbst ein vertrauter Wanderweg völlig anders anfühlen. Schnee und Eis verändern das Gelände und machen aus einer Tour, die im Sommer einfach war, eine Wanderung, für die du mehr Zeit und Kraft einplanen musst.
Mit einer guten Vorbereitung kann Winterwandern trotzdem ein besonderes und schönes Erlebnis sein.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie du dich auf eine Winterwanderung vorbereitest. Du lernst, wie du eine geeignete Route auswählst und dich für kalte Temperaturen ausrüstest, damit dich kürzere Tage und wechselnde Wetterbedingungen unterwegs nicht überraschen.
Vor- und Nachteile beim Winterwandern
Winterwandern bedeutet ruhigere Wege, verschneite Landschaften und ein völlig anderes Naturerlebnis als in den wärmeren Monaten. Gleichzeitig bringen Schnee, Eis und Kälte einige Herausforderungen mit sich, die mehr Vorbereitung erfordern.
Vorteile beim Winterwandern:
- Ruhigere Wanderwege und weniger Menschen
- Verschneite Winterlandschaften
- Keine Hitze bei längeren Anstiegen
- Keine Mücken, Kriebelmücken und andere lästige Insekten
Nachteile beim Winterwandern:
- Schnee und Eis können die Orientierung auf Wanderwegen erschweren
- Kürzere Tage begrenzen die verfügbare Wanderzeit
- Kaltes Wetter erfordert mehr Kleidung und Vorbereitung
- Besonders in tiefem Schnee kommst du langsamer voran
- Wasser und Ausrüstung können gefrieren
So bereitest du dich auf eine Winterwanderung vor
Wie gehst du mit diesen zusätzlichen Herausforderungen im Winter am besten um? Welche Route passt zu dir, was gehört in den Rucksack und wie kannst du dich auf wechselnde Bedingungen vorbereiten?
Auf die folgenden Punkte solltest du achten, bevor du losgehst.
1. Wähle eine Winterwanderung, die zu deiner Kondition passt
Für deine erste Winterwanderung solltest du eine kürzere und einfachere Route wählen als im Sommer. Das gilt besonders, wenn du noch wenig Erfahrung damit hast, wie Schnee und Eis die Bedingungen auf dem Weg verändern. Distanz, Höhenlage, Gelände und deine Erfahrung spielen im Winter eine größere Rolle, da du unter winterlichen Bedingungen häufig langsamer vorankommst.
Hast du eine Route ausgewählt, informiere dich anhand aktueller Tourenberichte über die Wegverhältnisse. Achte dabei besonders auf Angaben zu Schnee und Eis, zum Zustand der Wege und zu aktuellen Veränderungen, die deine Tour beeinflussen könnten. So kannst du besser einschätzen, ob die Route zu den aktuellen Bedingungen und deiner Erfahrung passt.
2. Prüfe die Bedingungen und plane deine Route
Prüfe die Wettervorhersage für den gesamten Zeitraum, in dem du voraussichtlich unterwegs sein wirst, und nicht nur für den Zeitpunkt deines Starts. Liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt, können sich die Bedingungen schnell verändern, wenn nasse Wege vereisen.
Achte außerdem auf die Vorhersage für die Höhenlage deiner Route, denn weiter oben kann es deutlich kälter und ungeschützter sein als am Ausgangspunkt.
Führt deine Route über offene Hänge oberhalb der Baumgrenze, solltest du zusätzlich den regionalen Lawinenlagebericht prüfen.
Avalanche.org stellt entsprechende Informationen für die USA bereit, das SLF veröffentlicht den Lawinenlagebericht für die Schweiz und das EAWS Portal deckt große Teile Europas ab.
Auch aktuelle Tourenberichte können dir ein genaueres Bild der Verhältnisse vor Ort geben. Fallen die Bedingungen schlechter aus als erwartet, ist es hilfreich, bereits eine einfachere Alternativroute im Kopf zu haben. So kannst du deine Pläne unkompliziert anpassen, wenn es nötig wird.
Schnee kann außerdem Wegmarkierungen und Orientierungspunkte verdecken. Speichere deine Route deshalb vor der Tour für die Offline-Nutzung.
Bei längeren oder abgelegenen Wanderungen gehören zusätzlich Karte und Kompass als Absicherung in den Rucksack. Bewahre dein Smartphone möglichst warm auf, damit der Akku länger hält, und nimm bei Bedarf eine Powerbank mit.
3. Wähle das richtige Schichtsystem für deine Winterwanderung
Starte lieber etwas kühl und passe deine Kleidung während des Aufstiegs an. Sobald du dich bewegst, produziert dein Körper mehr Wärme. Deshalb brauchst du unterwegs oft weniger Isolierung, als du am Ausgangspunkt zunächst vermutest.
Mit einem einfachen Schichtsystem kannst du deine Körpertemperatur besser regulieren, wenn sich Wetter oder Belastung verändern. Trage eine feuchtigkeitsableitende Basisschicht, darüber eine isolierende Zwischenschicht und bei Bedarf eine winddichte oder wasserdichte Außenschicht.
Baumwolle solltest du besonders bei der Basisschicht und bei Socken vermeiden, da sie Feuchtigkeit speichert und nur langsam trocknet.
Achte außerdem auf Hände, Füße und Kopf. Wähle Handschuhe, Socken und eine Kopfbedeckung, die zu den Bedingungen passen, und nimm trockenen Ersatz für alles mit, was unterwegs nass werden könnte.
Wichtig ist, deine Kleidung anzupassen, bevor dir zu warm oder zu kalt wird. Öffne deine Wetterschutzjacke, bevor du stark schwitzt, und ziehe vor einer längeren Pause eine zusätzliche wärmende Schicht an. Deine wärmste Kleidung solltest du außerdem so verstauen, dass du schnell darauf zugreifen kannst.
4. Bereite deine Ausrüstung auf winterliche Bedingungen vor
Du musst für Winterwanderungen nicht deine gesamte Wanderausrüstung ersetzen. Vieles von dem, was du bereits besitzt, kannst du weiterhin verwenden. Einige zusätzliche Ausrüstungsgegenstände helfen dir jedoch dabei, auf Schnee, Eis und Kälte besser vorbereitet zu sein.
Sinnvolle Ergänzungen für deine Winterausrüstung:
-
Grödel, Microspikes, Steigeisen oder Schneeschuhe, passend zu Gelände und Schneeverhältnissen
-
Gamaschen, wenn tiefer Schnee oder Nässe in deine Wanderschuhe gelangen könnten
-
Trekkingstöcke für mehr Stabilität, bei Bedarf mit Schneetellern
-
Eine Isolationsjacke für Pausen, Verzögerungen oder plötzliche Wetterumschwünge
-
Wasserdichte Aufbewahrung für Wechselkleidung und elektronische Geräte
Was du für eine längere Winterwanderung einpacken solltest:
-
Eine Stirnlampe und Ersatzbatterien, auch wenn du planst, vor Einbruch der Dunkelheit zurück zu sein
-
Zusätzliche Handschuhe und Socken, da nasse Kleidung deutlich schlechter isoliert
-
Eine Rettungsdecke oder einen Biwaksack. Beides ist leicht und gerade im Winter für Notfälle hilfreich
-
Ein Erste-Hilfe-Set, das zur Länge und Art deiner Tour passt
-
Mehr Proviant, als du für den geplanten Tagesablauf voraussichtlich benötigst
-
Smartphone und Powerbank, möglichst warm in einer Innentasche aufbewahrt
5. Trinke und iss auch im Winter regelmäßig
Auch bei kaltem Wetter solltest du regelmäßig trinken, selbst wenn du weniger Durst verspürst als bei einer Wanderung an warmen Tagen. Bewahre dein Wasser so auf, dass du leicht darauf zugreifen kannst, und trinke über den Tag verteilt regelmäßig, statt zu warten, bis du Durst bekommst.
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist es genauso wichtig, dein Wasser vor dem Gefrieren zu schützen, wie ausreichend davon mitzunehmen. Eine isolierte Trinkflasche kann dabei helfen. Trinkschläuche benötigen unter Umständen zusätzlichen Schutz, da sie der Kälte stärker ausgesetzt sind.
Prüfe dein Wasser deshalb regelmäßig, besonders bevor längere Abschnitte beginnen, auf denen du keine einfache Möglichkeit zum Nachfüllen hast.
Auch deinen Wasserfilter solltest du vor Frost schützen, besonders wenn du unterwegs Wasser aus natürlichen Wasserquellen nachfüllen möchtest. Das ist wichtig, weil einige Filter durch Gefrieren beschädigt werden können. Ein Hohlfaserfilter enthält beispielsweise nach der Benutzung noch eine geringe Menge Wasser. Gefriert dieses Wasser, dehnt es sich aus und kann die Hohlfasern beschädigen.
Mit einigen einfachen Gewohnheiten kannst du das verhindern. Blase nach jeder Verwendung durch den Filter, um möglichst viel verbliebenes Wasser zu entfernen. Bewahre ihn anschließend körpernah in einer Jackeninnentasche auf.
Wenn du draußen übernachtest, nimm den Filter nachts mit in deinen Schlafsack. Weißt du, dass ein noch feuchter Filter gefroren ist, solltest du ihn ersetzen. Beschädigte Hohlfasern sind von außen möglicherweise nicht erkennbar und können die Filterleistung beeinträchtigen.
Ein kompakter Squeeze Wasserfilter wie der BACHGOLD Squeeze Wasserfilter passt problemlos in eine Brusttasche. So hast du ihn schnell zur Hand, wenn du unterwegs deine Trinkflasche auffüllen möchtest. Durch seine kompakte Größe lässt er sich außerdem einfach zusammen mit deiner übrigen Ausrüstung transportieren.
Winterwanderungen können zudem länger dauern als geplant. Nimm deshalb ausreichend Proviant mit, damit du auch dann genug Energie hast, wenn du langsamer vorankommst. Wähle Snacks, die sich bei Kälte einfach essen lassen, und bewahre sie griffbereit auf, statt sie ganz unten im Rucksack zu verstauen.
6. Erkenne, wann es Zeit zum Umkehren ist
Lege vor Beginn deiner Wanderung eine Umkehrzeit fest. Verschlechtern sich die Bedingungen oder schafft es jemand aus deiner Gruppe nicht mehr, ausreichend warm zu bleiben, solltest du rechtzeitig umkehren.
Achte während der gesamten Wanderung darauf, wie es allen in der Gruppe geht, besonders auf längeren oder anstrengenden Abschnitten.
Wird jemand ungewöhnlich müde, friert stark oder fühlt sich zunehmend unwohl, macht eine Pause und beurteilt die Situation neu, bevor ihr weitergeht.
Sicherheit beim Winterwandern: Diese Risiken solltest du kennen
Unterkühlung
Eine Unterkühlung, medizinisch Hypothermie genannt, entsteht, wenn dein Körper schneller Wärme verliert, als er sie produzieren kann. Sie kann auch bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt auftreten, wenn nasse Kleidung, Wind und Erschöpfung zusammenkommen.
Die U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) nennen bei Erwachsenen unter anderem Zittern, Erschöpfung, Verwirrtheit, unkoordinierte Handbewegungen, Gedächtnisverlust, verwaschene Sprache und Schläfrigkeit als Warnzeichen.
Treten solche Anzeichen auf, solltest du die Tour unterbrechen und die betroffene Person aus dem Wind bringen. Entferne nasse Kleidung und wärme zuerst den Körperkern, insbesondere Brust, Hals, Kopf und Leistenbereich. Decken oder direkter Hautkontakt können dabei helfen, Wärme zuzuführen.
Der NHS warnt außerdem vor einigen Maßnahmen, die bei einer Unterkühlung vermieden werden sollten. Reibe Arme, Beine, Füße oder Hände der betroffenen Person nicht. Verwende kein heißes Bad, keine Wärmflasche und keine Wärmelampe und gib ihr keinen Alkohol.
Hole medizinische Hilfe, wenn sich der Zustand nicht bessert. Liegt die Körpertemperatur unter 35 °C, ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.
Erfrierungen
Erfrierungen entstehen, wenn Haut und darunterliegendes Gewebe gefrieren. Besonders häufig sind zunächst Finger, Zehen, Ohren, Nase und Wangen betroffen. Taubheitsgefühle sowie blasse, gräuliche, wachsartig aussehende oder ungewöhnlich feste Haut können Warnzeichen sein.
Halte unbedeckte Haut möglichst bedeckt und trocken und schütze sie zusätzlich vor Wind. Vermutest du eine Erfrierung, solltest du die betroffene Stelle nicht reiben und medizinische Hilfe suchen. Das gilt besonders, wenn die Haut weiterhin taub, hart oder blass bleibt.
So beugst du Unterkühlung und Erfrierungen vor
Kälteverletzungen lassen sich am besten vermeiden, bevor sie entstehen. Einige einfache Gewohnheiten helfen dir dabei, warm und trocken zu bleiben und frühzeitig zu erkennen, wie du und deine Gruppe mit den Bedingungen zurechtkommen.
-
Bleib trocken: Vermeide starkes Schwitzen während des Gehens und wechsle nasse Kleidungsschichten so schnell wie möglich.
-
Zieh dich wärmer an, bevor du frierst: Ergänze vor Pausen eine isolierende Schicht und schütze dich vor Wind und Niederschlag.
-
Schütze besonders gefährdete Körperstellen: Bedecke Hände, Füße, Ohren, Nase und Gesicht, wenn du Wind und Kälte ausgesetzt bist.
-
Bleib in Bewegung, aber teile deine Kräfte ein: Vermeide lange Pausen an ungeschützten Stellen, aber gehe nicht bis zur Erschöpfung.
-
Iss und trink, bevor du losgehst: Warte damit nicht, bis du bereits unterwegs bist.
-
Achte auf dich und deine Gruppe: Beobachte ungewöhnlich starkes Zittern, Taubheitsgefühle, nachlassende Koordination oder Verhaltensänderungen.
-
Reagiere frühzeitig: Kühlt jemand gefährlich aus, brich die Wanderung ab und konzentriere dich darauf, die Person warm und in Sicherheit zu bringen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keinen medizinischen Rat. Wende dich in einem Notfall an die örtliche Notrufnummer oder die zuständige Bergrettung.
Gut vorbereitet auf deine nächste Winterwanderung
Winterwandern wird deutlich einfacher, wenn du dich nicht nur auf die Temperatur, sondern auf die tatsächlichen Bedingungen vorbereitest. Plane deshalb genügend Spielraum ein, falls deine Tour anders verläuft als erwartet. So kannst du die Winterlandschaft genießen, ohne sich durch einen zu engen Zeitplan unnötig unter Druck zu setzen.
Bei längeren Winterwanderungen kann ein zuverlässiger Wasserfilter das Nachfüllen unterwegs erleichtern. Die BACHGOLD Wasserfilter sind für den praktischen Einsatz draußen entwickelt und bieten dir eine unkomplizierte Möglichkeit, unterwegs Wasser aus geeigneten natürlichen Wasserquellen zu filtern.
BACHGOLD Wasserfilter entdecken
Das könnte dich auch interessieren:
References
Medizinische Hinweise und Sicherheit
- U.S. Centers for Disease Control and Prevention. Preventing Hypothermia. https://www.cdc.gov/disasters/winter/staysafe/hypothermia.html
- U.S. Centers for Disease Control and Prevention. Preventing Frostbite. https://www.cdc.gov/winter-weather/prevention/preventing-frostbite.html
- NHS. Hypothermia. https://www.nhs.uk/conditions/hypothermia/
- Mayo Clinic. Frostbite. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/frostbite/symptoms-causes/syc-20372656
- U.S. National Weather Service. Wind Chill. https://www.weather.gov/safety/cold-wind-chill-chart
- Freund, B.J. and Sawka, M.N. Influence of Cold Stress on Human Fluid Balance, in Nutritional Needs in Cold and High-Altitude Environments. National Academies Press. https://www.nationalacademies.org/read/5197/chapter/14
- Mountaineering Scotland. Hypothermia. https://www.mountaineering.scot/safety-and-skills/essential-skills/weather-conditions/hypothermia
- Avalanche.org. Avalanche Education. https://avalanche.org/avalanche-education/



